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 Schützenverein Schützenlust Stockstadt a. Main 1926 e.V.

Infos zur 357 Magnum
.357 Magnum Patrone und Revolver
 
Die Patrone wurde 1935 der Öffentlichkeit vorgestellt und beruhte auf den Praktischen Versuchen von Elmer Keith, der diese für die Jagd mit Faustfeuerwaffen aus der Patrone .38 Special entwickelte. Smith & Wesson nahm sich dieser neuen Patrone an und baute den passenden Revolver. Der Erfolg kam mit der Einführung in der Polizei und anderer Behörden in den USA, auch Hollywood und diverse TV Produktionen halfen den Mythos zu verbreiten.
 
Die Patrone ist recht leistungsstark und die Mindest Impuls Formel (MIP) des DSB begünstigt hier nicht unbedingt die Standard Patrone mit den 158 Grain Geschossen. Hier müssen die Patronen schon gut geladen sein um bei der Prüfung nicht durchzufallen. Besser ist man mit den 180 Grain Geschossen dran, das Schussverhalten ist angenehmer – Die Munitionspalette für die .357 Magnum ist riesig. Von der .357 WC Scheibenladung bis zur starken Funktionsladung reicht hier die Bandbreite. So kann man eine gute Patrone für die eigene Waffe auch ohne Wiederladen auf dem Markt finden.
 
Der DSB bietet mit der Sportordnung, Nummer 2.55 die passende Disziplin für das Revolverschiessen mit Gebrauchsladungen an.
Durch den großen Erfolg dieses Kalibers, gibt es keinen Mangel an brauchbaren Revolvern auf dem Markt.
 
Marktführer ist wohl Smith & Wesson mit seiner Standard und Sondermodell Palette. Diese Revolver beherrschen die Stände und Meisterschaften. Aber auch Korth, Janz, Ruger oder Taurus liefern passende Modelle. Die Colt Modelle sind leider nur noch gebraucht zu erwerben. Je nach Konstruktion kann man die Abzugsgewichte in einem kleinen Bereich an dem Revolver regulieren, aber bitte auch ein Auge auf die Funktionssicherheit werfen. Meist wird mit einer Schraube die Vorspannung der Hammerfeder eingestellt, bei zu schlapper Einstellung kann es hier zu Zündversagern kommen.
 
Leider ist die Zahl der Hersteller in den letzten Jahren eher gesunken, so ist die Auswahl an neuen Waffen auch nicht mehr ganz so groß – aber noch ausreichend. Die Tipps fallen hier recht einfach aus:
  • Standard ist S&W, Ruger oder die Budget Variante: ein Taurus mit Abzugstuning und einem passenden Griff
  • Exklusiver gehen Korth, Lanz, ein Freedom Arms oder eine Custom Variante eines Büchsenmachers ins Rennen
Evtl. lassen sich einzelne Modelle noch mit einem Laufgewicht aufrüsten um das Hochschlagen zu minder, das bringt einen leichten Vorteil in den Zeitserien. Beschichtungen oder lange Trommelentriegelungs-Schieber sind eher eine optische Sache, wirklich benötigt werden sie in den statischen Disziplinen nicht.
 
Butterweiche Abzüge und eine gut abgestimmte Mechanik (Uhrwerk) sind hier das Objekt der Begierde. Wenn nicht Serienmäßig vorhanden, lohnt sich hier das Investieren. Ein Revolver ist von der Ergonomie etwas schwieriger abzustimmen, hier kann man im Vorfeld einmal ein Exemplar in die Hand zu nehmen und den „Griff“ zu prüfen. Kommt man gut an das Abzugszüngel, liegt der Griff gut in der Hand? Änderungen sind hier nicht so richtig Preiswert und man sollte den Revolver schon kontrollieren können, es gibt verschiedene Rahmengrössen, die auch ein wenig helfen können den Revolver auf die Hand abzustimmen.
 
Tja, natürlich gibt es auf dem Markt auch Gebrauchte – warum nicht, ein Colt Python von 1969 ist nicht die schlechteste Wahl. Ein genaues Prüfen des Revolvers und auch Probeschiessen können hier helfen ein paar Euros zu sparen. Aber auch hier gilt es ein Auge auf die Ersatzteilversorgung zu haben, rege genutzte Sportgeräte haben da manchmal Bedarf. Es gibt zwar kein Teil das sich mit den heutigen Fertigungsmethoden nicht reproduzieren lässt, allerdings ist dies mit Kosten und Zeit verbunden.
 
Bedingt durch den MIP ist natürlich auch die maximal erlaubte Lauflänge von 6 Zoll den 4 Zoll Revolvern vorzuziehen. Wenn auch nicht viel, aber etwas mehr Mündungsgeschwindigkeit für den MIP kitzeln die 5 cm längeren Rohre schon raus. Natürlich ist auch die Visierlinie diese 5 cm länger – beides Vorteile die man nicht außer Acht lassen darf.
 
Aber auch hier bestimmt der eigene Anspruch die Auswahl, rein für die Vereinsmeisterschaft und ein gelegentliches Training kommt man auch mit einem Revolver von der Stange hin, für Landes oder Bundesmeisterschaften darf´s dann gerne etwas mehr sein.
 
Der Standard schlechthin ist wohl die Smith & Wesson Mod. 686, hier als Beispiel einmal in 4 Zoll und darunter die 6 Zoll Version. Dieses Modell erhielt im Laufe seiner Produktion diverse Änderungen. Wenn man die Trommel ausschwenkt kann man vorne, hinter dem Trommelkran, die genaue Bezeichnung erkennen zum Beispiel 686-1. Die -1 zeigt die „Versions“-Nummer an. Man kann daraus auch das Alter ableiten hier zwischen 1986 und 87, ja der 686 kam bereits 1980 auf den Markt. Mit der Version 5 kamen ab 1997 gesinterte Teile anstatt der Frästeile zum Einsatz. Das Design zeigt Anleihen vom Colt Python, natürlich ohne dessen Mechanik zu kopieren. Die im Bild sichtbaren Holz Griffschalen stammen von der Firma Nill, die Elastomere sind von Uncle Mike´s.
 
  • Die Firmen Pachmayr und Uncle Mike´s bieten Gummi Griffe an die hinten (wie auch der Nill Griff) den Stahlrahmen abdecken. Ich empfinde das Schiessen damit angenehmer. Aber jeder wie er mag und wie es passt. Die Abzüge lassen sich ein klein wenig über die Vorspannung der Hammerfeder (Griff entfernen, ist die kleine Schraube unten/vorn am Griffrahmen) justieren. Aber bitte nicht zuviel, da sonst das Zünden der Patronen nicht mehr sicher ist. Hier keine Wunder erwarten – für diese ist der Büchsenmacher zuständig. Für diesen ist der 686 ein lohnenswertes Objekt, Schwere Läufe einen 1a Schlossgang oder wie Glas brechende Abzüge können hier realisiert werden. Er ist eine Super Basis für den eigenen Traumrevolver, für keinen anderen gibt es auf dem Zubehörsektor mehr im Angebot.
  • S+W 686 1S+W 686 2
    S+W 686 1 (2)S+W 686 2 (2)
     
  • Immer mal wieder im Programm ist auch das Smith &Wesson Modell 586. Es ist eigentlich nur die brünierte (Schwarze) Ausführung des 686, aber manche Info´s behaupten deshalb wäre der Schlossgang noch einen Hauch besser da hier ein anderer Stahl Verwendung findet, wäre denkbar – aber meine Grobmotorik fühlt da nicht wirklich einen Unterschied.
  • S+W 586 1S+W 586 2
     
  • Andere Hersteller sind schon seltener anzutreffen oder sie sind vom Markt verschwunden. Erma ist so ein Beispiel, eine deutsche Firma aus Dachau, stellte einen – zumindest im Design ähnlichen – Revolver her. Der Griff war Serie und der Abzug hatte einen breiten Abzugsschuh und einen Trigger Stopp, alles ab Werk. Die Verarbeitung war gut und über die Präzision musste man auch nicht klagen. Aber Erma ist vom Markt verschwunden, vielleicht eine Überlegung für eine Jagdliche Nutzung, aber nichts für den Wettkampf.
  • Erma 1Erma 2
     
  • Evtl. kann man noch die Taurus Revolver für den Einstieg empfehlen, die Rahmengröße ist etwas kleiner als die von S&W, in den 1970er Jahren gehörten Taurus immerhin 54% von S&W. Hier gab es schon den ein oder anderen Ideenaustausch, geschade
    hat es wohl beiden Herstellern nicht. Die Taurus Revolver haben ein eigenständiges Schlossdesign das bruchsichere Schraubenfedern nutzt. Die Abzüge lassen sich nur über „Hardware“ Arbeiten einjustieren. Es gibt von der Firma Wolff Springs einen Federnsatz mit reduzierten Kräften, der wurde in den abgebildeten Revolver eingesetzt – Nun der Abzug ist in der Tat wesentlich besser geworden, aber die Zündsicherheit hat dadurch abgenommen. Ist das Zündhütchen zu hart, kommt nur ein Klick – kein Bumm. Hier wird dann ein zweiter Schlag zum Zünden benötigt. Als Wiederlader kann man damit leben. Man benutzt einfach weiche Zünder. Ansonsten ist der Büchsenmacher mit einzukalkulieren. Hier einmal das Model 689 in brüniertem Stahl mit einem Zubehör Griff der Firma Nill.
  • Seit Anfang 2015 haben die Taurus Kurzwaffen leider keinen Deutschland Importeur mehr, der Handel hat noch Restbestände und über die weiteren Importe gibt es noch keine Informationen.
    Taurus Mod.689 1Taurus Mod.689 2
     
  • Ja und dann gibt es natürlich auch ganz andere Designs für den .357 Magnum Revolver – die Single Action Varianten. Ob einem das zusagt muss man mal ergreifen. Die Griffe und deren Form und Größe sind hier der Knackpunkt. Was dem einen liegt, schmerzt den anderen. In Zeitserien kann man hiermit natürlich nicht Double Action schießen (wenn man dies denn in den Zeitserien anwendet), hier muss natürlich vor jedem Schuss der Hahn gespannt werden. Auch das Laden und Entladen der Trommel ist etwas umständlicher. Die Präzision ist sehr gut – allerdings sind Modelle mit verstellbarer Visierung eher selten. Wenn die feste Visierung passt ist´s ja O.K. wenn nicht – dann muss es gerichtet werden, oder man merkt sich den Haltepunkt. Ist aber dann nicht wirklich Optimal. Die Freedom Arms Single Action Revolver genießen einen sehr guten Ruf, was Präzision und Qualität angeht, hier ist auch ein Mikrometer Visier Serie, aber am Griff-/Funktions- Design ändert das nichts. Der hier abgebildete Revolver hat zwar einen sehr guten Abzug und auch die Präzision ist sehr gut, allerdings ist er recht leicht und der Lauf ist zu lang für die DSB Disziplin. Er dient nur zur Anschauung des Single Action Designs.
  • SAA 1SAA 2
     
  • Die eierlegende Wollmilchsau ist im Revolverbereich bereits zu erwerben, hier einmal der Italienische Mateba Pistolver. Also einen Revolver der den Rückstoß nutzt um die Trommel weiter zu drehen und den Hahn zu spannen – also das Pistolen Prinzip. Tja ob man die Entwicklung unbedingt benötigt? Das sei mal in den Raum gestellt. Die ersten Revolver dieses Typ´s wurden von Webley Fosbery im Jahre 1901 auf den Markt gebracht. Das machte auch Sinn, da es noch nicht allzu viele Leistungsstarke Pistolen gab. Heute sieht das ein wenig anders aus. Eigentlich können die Italienischen Firmen Designs, in diesem Fall nennen wir es einmal funktionell. Unbestritten bringt der Mateba auch einige interessante und gute Ideen mit. Zum Beispiel der unten liegende Lauf, hier sind die Hebelkräfte geringer, der Rückstoß geht gradlinig in die Hand und die Mündung springt nicht so viel. Auch der Griff wird nur an einem Stummel am Rahmen befestigt, hier kann ein neuer Griff auch im Winkel verändert werden und eine „freie“ Gestaltung ist möglich. Der Abzug ist gut und mit einem Trigger stopp versehen und eine fein einstellbare Visierung ist ebenso Serie. An der Mündung kann man die 2 Bohrungen der Laufmutter erkennen, hier wird eine Laufwechseloption angeboten. Da man die Automatik Funktion deaktivieren kann, ist eigentlich auch eine sportliche Nutzung möglich – aber hier bitte dies mit dem zuständigen Referenten klären um späteren Problemen vorzubeugen. Soweit mir bekannt ist gibt es den Hersteller seit 2005 nicht mehr. Deshalb ist er eigentlich nicht oder nur für Individualisten zu empfehlen – man sieht ihn halt nicht oft.
  • Mateba rechtsMateba links
    Mateba vornMateba Trommel ausgeklappt
     
  • Die Firma Rossi aus Brasilien hatte auch eine recht große Revolver Auswahl, allerdings wurde sie 1997 von Taurus gekauft und dann, im Laufe der nächsten Jahre, neu strukturiert. Heute werden nur noch Langwaffen der Firma Rossi neu angeboten, die Revolver sind vom Markt verschwunden. Wirklich vermissen wird sie keiner, einige wenige Modelle konnte man für den Einstieg in Betracht ziehen – aber bei der heutigen Gesetzes Lage würde ich nicht damit experimentieren. Der Cyclops war ein recht gut verarbeitetes Modell mit schwerem Lauf (leider mit Kompensator Bohrungen und somit nicht DSB konform) und einer integrierten Schiene zur Montage einer Optik. Auch der Abzug war zu gebrauchen. Abstriche musste man im Finish machen – dafür wurde der Revolver auch nicht so teuer angeboten. Aber im Hinblick auf die sportliche Nutzung sind Rossi Revolver mehr der 2.Wahl zuzurechnen. Zumal sie auch nur noch auf dem Gebrauchtwaffenmarkt zu finden sind.
  • Rossi Cyclops 1Rossi Cyclops 2
 
Da es die .357 Magnum Revolver schon einige Jahrzehnte auf dem Markt gibt, sind natürlich auch die Gebrauchtangebote reichlich vorhanden. Die Auswahl ist groß und die Preise sind zurzeit verlockend, man muss aber genau prüfen, zum Bsp. Revolver Spanischer Hersteller sind zwar günstig – aber es gibt seit Mitte der 90er keinen Spanischen Hersteller mehr. Auch so mancher Hersteller der nun seine Produkte vom Markt nimmt oder selbst nicht mehr da ist, liefert in 5 Jahren natürlich auch keine Teile/Zubehör mehr. Wen das nicht stört der hat eine paar Möglichkeiten mehr sein Schätzchen zu finden.
 
Zusammengefasst rate ich zu einem Modell aus dem Hause Smith & Wesson, ist bewährt und auf dem Markt vorhanden – sozusagen die Golf Klasse der Revolver. Für experimentierfreudige gibt es auch eine große Auswahl an „Exoten“ stellvertretend habe ich hier einmal ein paar vorgestellt.
 
 
 
 
2015 Copyright by Bernd Dinges
 

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