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 Schützenverein Schützenlust Stockstadt a. Main 1926 e.V.

Infos zur 45 ACP
Die  Patrone und Sportpistolen in  .45 ACP
 
John Moses Browning entwickelte diesen Klassiker etwa um 1905 für seine neue Pistolen Konstruktion.
Die U.S. Angabe .45“ Zoll ist bei uns etwa 11,43 mm. Die Patrone wird, im Sportlichen Bereich, meist mit Geschossgewichten von 180 – 230 Grain ( 11,69 – 14,95 Gramm ) betrieben.  Das Geschoss fliegt im Unterschallbereich und erreicht, im Schnitt, etwa um
500 Joule Energie.
 
Dem Kaliber werden recht gutmütige Eigenschaften zugeschrieben und mit der entsprechenden Waffe vorausgesetzt, ein beachtlich hohes Präzisionspotential. Aus diesem Grund ist ein Blick auf die Sportliche Eignung lohnenswert. Die Munitionskosten sind hier etwas teurer, rein im Vergleich zu den  in unseren Breiten  beliebten 9mm Luger. Aber es gibt ja die Möglichkeit des Wiederladens.
 
Der Deutsche Schützenbund bietet unter der Sportordnungs-Nummer 2.59 eine passende Disziplin, um hier Sportlich aktiv zu werden.
 
Mit der Patrone ist auch die zweite Browning Entwicklung, die Pistole 1911, verbunden. Dieser Pistolen Typ ist auch nicht die schlechteste Entscheidung wenn man etwas Passendes sucht. Immerhin wurde Patrone und Pistole von J.M. Browning als „Bundle“ konstruiert und von der U.S. Armee im Jahre 1911 erfolgreich eingeführt. Die heutigen Sportpistolen dieses Typs haben aber selten noch etwas mit den leicht klapprigen, auf Funktion ausgelegten, Armeepistolen zu tun.  Zwar gibt der Markt auch heute noch Pistolen mit Armee-Passungen her, aber eben nicht nur diese. Es gibt wohl keine andere Pistole für die es mehr Hersteller, Tuningteile und sonstiges Zubehör gibt. Der Markt ist schon fast als Unübersichtlich zu bezeichnen. Früher kamen 1911er aus den U.S.A, heute bieten Deutsche, Italienische, Brasilianische und selbst Chinesische Hersteller diese Modelle an. Für Menschen mit großen Händen bekommt man auch, im Umfang größere, zweireihige Griffstücke. Diese bringen auch eine höhere Kapazität – das ist allerdings vernachlässigbar, da nach Sportordnung nur 5 Patronen geladen werden dürfen. Somit ist die Entscheidung für ein ein-/ oder zweireihiges Griffstück von der eigenen Vorliebe bzw. der Handschuhgröße abhängig.
 
Auch die Abzugslänge ist über Zubehör Teile variierbar, hier kann man auch noch mit anderen Griffschalen eine sehr gute Einstellung auf die eigene Hand erreichen.
 
Ob 5 oder 6 Zoll Lauflänge , Stainless oder Blue , von der Stange oder Custom hängt dann meistens von den eigenen Vorstellungen und dem Preisschild ab. Die Möglichkeiten die sich hier bieten sind fast grenzenlos. Über die 1911er Modelle gibt es unzählbare Tests und Publikationen, wer sich hier ein wenig in die Lektüre einliest , kann man schon mal eine Vorauswahl oder eine Übersicht über die Modelle verschaffen die einen interessieren.
 
Einige Dinge sollten allerdings schon eingeplant werden, da sonst die Nachrüstung / Umbau direkt die Haushaltskasse belasten. Es ist nicht besonders sinnvoll eine chinesische Armee Variante zu kaufen, wenn man als Ziel eine Sportpistole hat . Eine zweite Sache ist die Lauflänge, eher die klassischen 5 Zoll , oder doch die sportlichen 6 Zoll ? Wechselsysteme und Läufe sind verfügbar müssen aber spielfrei angepasst und beschossen werden. Hier ist es preiswerter gleich das zu erwerben was man wirklich will. Auch die Griffstücksicherung ( Beavertail) ist so ein Teil, die meisten Nachrüstteile passen nur wenn der Rahmen hinten bearbeitet wurde – ebenfalls Büchsenmacherarbeit plus Teilekosten. Der Abzug und seine Charakteristik sind auch mit in die Betrachtung einzubeziehen, dies stellt einen Büchsenmacher zwar nicht vor eine unlösbare Aufgabe – aber manchmal lässt sich mit den Serienteilen der Wunschabzug nicht einstellen und da sind wir wieder bei den Kosten.
 
Da man wirklich die Qual der Wahl hat, ist vielleicht das Filtern auf die eigenen Wünsche nicht gerade einfach aber es lohnt sich – auch wenn man die Kosten etwas im Auge behalten möchte.
 
Natürlich bietet der Markt auch andere Konstruktionen und Typen, die mit der 45er Patrone Freude machen. Einige Hersteller hier mal als Bsp. H+K mit seinen USP Sportmodellen ( z. Bsp. Expert ) , die Österreichische Firma Glock, Pardini, SIG, Tanfoglio, Korth usw. Da werden dann Griffstücke aus Stahl, Kunststoff oder Aluminium angeboten oder auch von außen justierbare Abzüge.
 
Nicht zu vergessen sind natürlich auch Custom Pistolen, die in enger Absprache mit dem Büchsenmacher seiner Wahl entstehen. Meistens sollen die Sportgeräte ja ein Schützenleben erhalten bleiben, deshalb ist die Investition in Handwerkskunst, mit hochwertigen Teilen, bestimmt nicht die schlechteste Idee. Das Endprodukt ist dann immerhin die eigene Pistole schlechthin.
 
Aber auch die „normalen“ Industriellen Produkte bieten eine hohe Qualität, zu annehmbaren Preisen und da es die Patrone ja nun schon ein paar Jährchen auf dem Markt gibt, sieht man auch „hin und wieder“ mal eine gebrauchte Pistole die einem gefällt.
Die Ergebnis Listen der Deutschen Meisterschaft zeigen recht deutlich welche Leistungen mit der richtigen Kombination Schütze-Pistole-Munition zu erreichen sind, evtl. lohnt sich auch hier einmal ein Blick auf das verwendete Material um erste Eindrücke zu sammeln.
Hier ein paar Beispiele, ohne Anspruch auf Vollständigkeit – diese Pistolen sind schon ein paar Jahre alt, neue Modelle bietet der Fachhandel in großer Bandbreite an. verschiedene 1911er Arten, CZ oder auch die SIG X Baureihe sind eine gute Wahl.
 
Einige der Pistolen haben einen Griff mit Fingerrillen bekommen, diese finde ich griffiger und angenehmer als die normalen Griffschalen. Wie auf den Bildern zu sehen gibt es die Schalen komplett aus einem Elastomere Material oder auch in „Misch“ Bauweise mit seitlichen Holzschalen. Hogue, Pachmayr oder Nill sind hier gute Adressen um sich einmal umzuschauen.
 
Die Unterschiede in der Ausstattung wirken sich natürlich auch im Preis aus – Vollausstattung ist auch bei anderen Produkten nicht die günstigste Variante , ein hochgezogenes Beavertail ( der Sporn unter dem Hammer ) hilft die Pistole höher in die Hand zu setzen – aber wie schon oben  muss dann das Griffstückende geändert werden ( man erkennt das zwischen den Fotos der Linkless und der Simson Match mit Standard Teil) , eine lange Federführungsstange ( zu erkennen bei der Springfield Trophy Match und der Frankonia Sport ) soll die Präzision fördern – na ja, aber unbestritten bringt die Stange Gewicht in Richtung Mündung ( besonders wenn sie aus Tungsten gefertigt wurde ). Ein Triggerstop ist auch kein schlechtes Ausstattungsmerkmal und die Visierung sollte so tief wie möglich in den Schlitten eingesetzt sein, auch muss das Visierbild passen damit man auch das Potential umsetzen kann.
Vergrösserte Bedienelemente, spezielle Beschichtungen, große Magazintrichter oder spezielle Magazine mit höherer Kapazität benötigt man nicht unbedingt.
 
  • Frankonia Sport 6 Zoll System mit Bull Barrel und Laufgewicht. Hier wurde ein „Trompetenlauf“ (dieser Lauf Typ benötigt keine Mündungsbuchse und bringt Gewicht) eingesetzt und als Grundgerüst eine Colt Gold Cup der 80er Serie verwendet. Der Abzug wurde auf 1200 Gramm justiert und ein Hartchrom Finish aufgebracht. Der Schlitten ist original und wurde durch ein Laufgewicht mit Korn ergänzt. Mit knapp 1400 Gramm ist die Waffe kein Leichtgewicht, was sich positiv im Anschlag auswirkt.
  • FrankoniaFrankonia offen
  • Linkless System, dieses wird/wurde von KPS, Peters Stahl und Holden verwendet. Die Laufverriegelung benutzt hier anstatt der Kämme ein eckig gestaltetes Patronenlager. Zudem wird das Kettenglied das die Entriegelung steuert, hier mittels Schräger Flächen ersetzt. Das Griffstück ist aus Stainless Steel und weist einen Fingersporn auf, ob dieser nützlich ist oder stört muss man selbst „ergreifen“. Wenn man dieses Modell gebraucht erwerben möchte, bitte unbedingt die Steuerflächen mit einer Lupe anschauen. Entdeckt man hier feinste Risse ist ein neues Element nötig – dumm das an einer Seite der Lauf angebracht ist und das untere Teil auch nicht das preiswerteste Ersatzteil ist.
  • PSPS Offen 
  • Simson Match, hier wurde von Simson/Suhl eine Chinesische Norinco als Basis genommen um eine günstige Matchpistole auf den Markt zu bringen. Die Teile wurden komplett überarbeitet und gepasst, das Griffstück hartverchomt und der original Lauf ersetzt und vorne, spielfrei durch ein Briley Spherical-Bushing gelagert. Dieses Exemplar weist sehr gute Passungen und einen auf knapp 1100 Gramm justierten Abzug auf. Die Pistole wird nicht mehr hergestellt und man sollte eine Gebrauchte sehr genau prüfen, hier gab es Schwankungen in der Qualität.
  • SimsonSimson offen
  • Springfield Trophy Match, gibt es in 5 oder 6 Zoll, brüniert oder stainless. Die U.S. Firma Springfield Amory lässt die Teile in Brasilien fertigen und komplettiert sie dann im U.S. – Werk. Die daraus entstehenden Pistolen sind als solide gefertigt zu bezeichnen. Das wichtigste zum Scheibenschießen ist an „Bord“ und die Präzision kann sich sehen lassen. Allerdings sind die Abzüge, ab Werk, so zwischen 1800 – 2000 Gramm angesiedelt – hier ist dann ein bisschen Büchsenmacher Arbeit gefragt.
  • Trophy MatchTrophy Match offen
  • S&W 645, eine 5 Zoll Konstruktion mit einreihigem Griff. Solide und gut verarbeitet, Präzision o.k. Der Abzug ist allerdings jenseits der 2000 Gramm und kratzig. Sie ist der Vorgänger der Target Champions und diese würde ich auch heute der alten 645 vorziehen. Sie hat ihren Reitz aber für das Sportliche gibt es nun doch besseres.
  • SW Mod.645SW Mod.645 offen
  • AMT Hardballer , hier ebenfalls die 5 Zoll Ausführung. AMT nutzt wie auch Ruger die Feinguss Technik – somit bestehen viele Teile aus Edelstahl Guss. Nur dort wo es dem Hersteller nötig erschein gibt es einen Schliff oder eine Politur. Ergo kann man das ganze Robust und funktionell nennen. Die Reibflächen zwischen Griffstück und Schlitten sind bei meinem Exemplar „Guss-Rau“ und müssen gut geschmiert werden. Der Abzug weißt ab Werk einen Dienstpistolen Charakter auf – aber er löst aus. Da auch AMT auf dem hiesigen Markt nicht mehr vertreten ist, empfehle ich das gute Stück einmal nicht zum reinen Ringe jagen. Sie ist eher für das amerikanische „plinking“ – die Jagd auf Dosen geeignet.
  • AMTAMT offen
  • HK USP Expert, tja was soll man sagen – sie ist leicht und ihre Balance unterscheidet sich stark von den oben genannten. Die Passungen kommen einem als erstes recht großzügig vor, allerdings kommt es bei diesem Typ nur auf die Wiederholgenaue Verriegelung des Laufes im Schlitten an. Hier nutzt H&K eine einfache aber sehr wirkungsvolle Idee – einen „Gummiring“ vorne um den Lauf (der grüne Ring auf dem Bild). Dieser stellt sicher dass der Lauf vorne Spielfrei geführt wird. Diesen Silicon Ring kann man recht einfach wechseln und die Präzision ist sehr gut. Der Abzug ist leider im Kunststoff gelagert, hier teilen sich die Meinungen etwas – er gehört sicher nicht zu den schlechtesten …… Aber einen sehr leichten mit „Glas brechender“ Charakteristik bekommt der Büchsenmacher nicht hin. Die Achsen sind in High Tech Kunststoff gelagert, aber der dehnt sich nun mal stärker aus als Stahl – womit man etwas mehr Sicherheit einkalkulieren muss. Wenn man sein Auge auf die H&K wirft empfehle ich diese unbedingt einmal Probe zu schiessen um die Balance zu testen – sie liegt nicht jedem.
  • HK ExpertHK Expert offen
 
 
 
Das sind nur ein paar Beispiele, Design, Ausstattung, Farbe, usw. unterliegen hier stark dem Zeitgeist. War es in den 80er und 90ern die Hartchrom Beschichtung, kam in den 2000ern die Nitrierungen nun die Beschichtungen mit Spezial Lacken und die allgegenwärtigen Rails hinzu.
 
Weiter oben habe ich die Begriffe Linkless und Kettenglied als Steuerung verwendet, dies möchte ich hier noch einmal zeigen:
 
Linkless System mit den Steuerschrägen und dem Kantigen Block am Ende der die Verriegelung im Schlitten vornimmt. Ob dieses System nun besser ist als die alte Browning Verriegelung ? Nun es ist anders und funktioniert auch. Beim Zerlegen und zusammensetzen hat es Vorteile, da es weniger Teile sind die man Händeln muss. Ältere Modelle haben immer mal wieder Probleme mit diesen Flächen, sie neigen zum Brechen, besonders das Element mit der Feder – hier wurde zum Teil Feinguss eingesetzt. Ersatz ist nicht preiswert und die Steuerflächen müssen von einem Büchsenmacher gepasst werden
Linkless Systemalle Linkless Teile
 
Zum Vergleich hier einmal das klassische Browning Verriegellungs Prinzip mit den zwei Kämmen am Lauf und den Vertiefungen im Schlitten, dem Kettenglied und der Mündungsbuchse. Besteht das Linkless System aus 4 Hauptbaugruppen -  sind es hier 7 allein 3 davon betreffen die Federführung. Ist aber  kein Hexenwerk dies für die Reinigung zu zerlegen und anschließend wieder funktionsfähig zusammen zusetzen.
RiegelkämmeBrowning Standard Verriegelung
 
Als Abschluss vielleicht einmal der generelle Tipp,  ist eine Auswahl getroffen unbedingt Probeschiessen. Wenn möglich einmal die komplette Disziplin – gerade bei Neuwaffen ist das nicht immer möglich, hier hilft evtl. einmal eine Anfrage im Verein oder in den Internet Foren.
 
 
 
 
2015 Copyright by Bernd Dinges
 

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