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 Schützenverein Schützenlust Stockstadt a. Main 1926 e.V.

Infos zur 9mm Luger
9mm Luger
 
Um 1900 von dem Österreicher Georg Luger entwickelt, ist diese Patrone noch immer sehr populär. Als Polizei oder Armee Patrone ist sie, zumindest zurzeit, nicht wegzudenken. Aber auch in sportlicher Hinsicht zeigt die 9 mm dass sie einiges zu bieten hat. Hier in Europa ist die Patrone recht beliebt und auch günstig zu bekommen. Auch besteht kein Mangel an Laborierungen, so sollte jeder seine „Traum“ Patrone finden. Bei Wiederladern wird die Patrone manchmal als zickig bezeichnet. Das geringe Hülsenvolumen sorgt hier sofort für Abweichungen wenn auch nur eine Komponente verändert wird. Die 9 mm ist in der Standard Qualität recht günstig – hier lohnt das Wiederladen aus Kostengründen nicht. Für die Präzision (Anpassung auf die eigene Pistole), macht das Wiederladen wieder Sinn, man kann sich am Markt mit den optimalen Komponenten eindecken und so noch ein paar Ringe extra erzielen.
 
Unter der Sportordnung Nummer 2.53 bietet der DSB hier eine passende Disziplin an. Leider weichen manchmal die Eckwerte der Verbände etwas ab. Der BDS bietet ebenfalls eine Disziplin an, aber die Pistole darf hier nur 1300 Gramm wiegen (incl. Magazin), der DSB hingegen hat hier 1400 Gramm als Höchstgewicht festgesetzt. Bei beiden Verbänden gelten 1000 Gramm Abzugsgewicht. Hier gilt es schon eine Auswahl zu treffen ob evtl. eine duale Nutzung gewünscht wird, oder ob man sich gleich festlegt.
 
Patrone und Pistolen sind in Europa so beliebt, das fast jeder Hersteller sich in der Produktion versucht – oder versucht hat. Der Markt ist gut bestückt und die beliebten günstigen Patronen von Magtech, S&B oder Geco (um mal einige zu nennen) sind ausreichend präzise und vor allem verfügbar.
Die meisten aktuellen Pistolen Modelle greifen auf die alt bewährte modifizierte Browning Verriegelung zurück – das ist ausgereift und hat sich bewährt. Aber das ist nur eine der vielen Verschlusstypen die bei der 9mm Luger zu finden sind. Griffstücke aus High Tech Kunststoff, Aluminium, Stahl oder auch Mischbauweisen sind ebenso anzutreffen.
Leider gibt es bei viel Licht auch einiges an Schatten, wenn man die Nutzung im Sportlichen Bereich sieht muss die Qualität der Pistole stimmen. Hier gibt es eine breite Streuung von recht preiswerten Gebrauchs - / Fangschusspistolen bis hin zur gehobenen Preisklasse der Matchwaffen. Es ist ratsam sich ein wenig schlau zu machen und auch das Sportliche Ziel nicht ganz aus den Augen zu lassen, wenn mein Interesse eher der Vereinsebene gilt kann es zwar eine High End Match Pistole sein – muss aber nicht. Hier ist dann evtl. auch ein preiswerteres Exemplar in Betracht zu ziehen. Wenn das Ziel die Deutschen Meisterschaften sind wäre eine Gebrauchspistole in Standardausführung wohl nicht die beste Wahl.
Wer die Sportordnung der Verbände im Auge behält, sieht das hier auch Zeitserien bestritten werden müssen. Hierzu ist es von Vorteil dass die Pistole so wenig wie möglich aus der Ziellinie springt. Da Kompensatoren, Gasbremsen usw. nicht erlaubt sind, ist das einzig zulässige Mittel: nahe an das erlaubte Maximalgewicht zu gehen und eine Vorderlastigkeit der Pistole zu haben.
Für das statische Schiessen favorisiere ich Pistolen mit 6 Zoll Lauflänge, den Vorteil der Vorderlastigkeit und der längeren Visierlinie empfinde ich als angenehm. Hier ein Modell zu empfehlen ist recht schwierig. Im Gegensatz zu den KK Sportpistolen mit ihren Einstell-Möglichkeiten, sind die Großkaliber Modelle hier doch recht sparsam. Der Griffwinkel ist fest, da sich das Magazin im Griff befindet. Den Griffumfang kann man durch die richtige Auswahl der Griffschalen ändern /anpassen und das Abzugszüngel kann bei einigen Modellen verschoben, bei anderen gewechselt werden. Das Abzugsgewicht von 1000 Gramm wird leider nur von einigen Modellen ab Werk erreicht, hier sind auch noch einmal Investitionen gefragt. Das sind die Basics damit nun häufig trainieren und man sieht auch Erfolge auf der Scheibe.
Hier einmal eine lose Ansammlung welche 9mm Sportpistolen recht gut geeignet sind, ist meine Meinung und dient nur als erste Orientierung:
  • HK P9S Sport: nur noch gebraucht zu erwerben, Ersatzteile werden nicht mehr produziert, feststehender Lauf, Rollenverschluss, mit einer Schraube regulierbares Abzugsgewicht, sehr gute Präzision, Polygonlaufprofil. Hier im Bild noch die erste Serie mit dem Korn auf dem Schlitten. Ab der zweiten Serie wurde das Korn auf das Laufgewicht verlegt um eine längere Visierlinie zu erreichen. Sehr gute Präzision. Die Pistole wurde im Blechprägeverfahren hergestellt und benötigt dringend eine regelmäßige Wartung. Besonders das vorne im Griffstück befestigte Kunststoff Pufferelement muss in regelmäßigen Abständen getauscht werden. Ansonsten knallt der Schlitten ungebremst auf das Blech-Griffstück und verschleißt dieses. Auch die Rollen des Verschlusses müssen öfters geprüft werden um lange seine Freude an dem guten Stück zu haben.
  • HK P9S
     
  • SIG Sauer X6: mit 1350 Gramm angenehm schwer, regulier- und Längs verstellbarer Abzug , gute Verarbeitung, gutes Zielbild geht preislich aber auch in die Oberklasse, womit man natürlich auch einiges erwarten darf. Bedingt durch das Gewicht ist sie sehr angenehm zu schießen und schlägt auch nicht so aus der Ziellinie – was man in den Zeitserien gut nutzen kann.
    Inzwischen gibt es ein neues Design, aber keine neue technische Weiterentwicklung.
  • SIG X-SIXSIG X-SIX offen
     
  • HK USP: Sport Modelle, sind recht leicht, Abzug nicht regulierbar, Laufzentrierung vorn (durch einen Silicon Ring), Griffschalen kann man nicht wechseln – Vergrößerung durch einen Hogue Schlauch Griff. Pistolen mit Kunststoffgriffstück mag man – oder nicht. Die Basis stimmt und der Handel bietet einiges an zusätzlichen Teilen und Tuningarbeiten an.
  • HK ExpertHK Expert offen
     
  • CZ 75 Sport II: Ist der „Golf“ in dieser Klasse, Präzision ist sehr gut, Preis passt, Abzug nicht regulierbar und etwas hart in der Serie, es gibt sehr viele Zurüst und Tunigteile um hier eine Individuelle Anpassung vorzunehmen. Das Design wurde von Sphinx (Schweiz), Tanfoglio (Italien), IMI Baby Eagle (Israel) oder Spitfire (Großbritanien) übernommen. Allerdings sind die meisten Teile nicht unter den Modellen kompatibel. Zum Vergleich ist unten auch ein Bild der CZ 75 Sport 1, man sieht das hier der original Schlitten verwendet wurde und der 6 Zoll Lauf mit einem Gewicht abgedeckt ist. Das Griffstück hat natürlich noch das ältere Design das war´s dann aber auch, in der Präzision herrscht wieder Gleichstand mit der Sport 2 .
  • CZ75 Sport 2CZ75 Sport 2 offen
    CZ Sport 1
     
  • Tanfoglio Ultra Match- sie ist ein CZ75 Clone mit Walther Polygon Lauf und hartverchromten Griffstück. Sie haben große Qualitätsschwankungen in den Passungen und doch recht harte Abzüge in der Serie. Angenehm ist das hohe Gewicht und die Vollstahl Bauweise, eine lange Federführung, tief eingesetztes Visier und einen einstellbaren Triggerstop. Hier im Vergleich darunter einmal eine CZ 75 die ebenfalls sportlich eingerichtet wurde. Die Tanfoglio bringt im direkten Vergleich ein paar Gramm mehr auf die Waage, von der Präzision liegen sie gleich auf.
  • Tanfoglio Ultra MatchCZ 75 offenTanfoglio Ultra Match offenCZ 75
     
  • Browning High Power Sport: Hier ein Hybrid der auf dem Sport Modell basiert und einen 6 Zoll Lauf und das Laufgewicht des Competition Modells als Aufrüstung bekommen hat. Da das Abzugssystem über eine Wippe im Schlitten funktioniert, wirkt sich natürlich hier das evtl. vorhandene Spiel stark auf die Abzugscharakteristik aus.
    Das gilt auch für die reichlich vorhandenen Clone.
  • Browning HP SportBrowning HP Sport offen
     
  • Hier mal so ein Clone – eine Frankonia Sport. Das Model wurde auch von der Firma Kettner/Lasercon vertrieben und ist so ein wenig das Facelift der Browning. Das Visier wurde tiefer gesetzt und im Laufgewicht unten ist ein kleiner Dämpfer der 1. den Vorlauf des Schlitten etwas abfängt und 2. Den Lauf immer in der gleichen Position arretiert, Hogue Griff und verlängerte Bedienelemente komplimentieren die Ausstattung. Ab Werk ist der Abzug recht hart und die Qualität ist schwankend. Der Rohteile Zulieferer ist die Firma FEG in Ungarn, hier waren/sind die Teile allerdings mehr für den Gebrauchspistolen Sektor gedacht und somit doch recht großzügig gepasst (Abzugscharakteristik). Natürlich wurde schon ein wenig darauf geachtet, aber spielfreie (saugende) Passungen sehen anders aus. Dafür ist/war die Pistole im unteren Preissegment für 6 Zoll Sportpistolen angesiedelt und die Präzision ist auch nicht schlecht. Die Pistole ist komplett aus Stahl gefertigt, ist aber im Gewicht eher so um 1100 Gramm.
  • Frankonia High Power SportFrankonia High Power Sport offen
     
  • Smith & Wesson Target Champions: Im Laufe der Jahre hat sich hier immer mal etwas am Design getan – aber die Pistolen sind immer eine sehr gute Wahl. Sehr gut verarbeitet und sehr präzise machen diese Typen sehr viel Spaß. Allerdings kostet diese Qualität auch ein wenig mehr.
  •  S+W Target ChampionS+W Target Champion offen
     
  • Hier eine Bernadelli P018 Sport: Sie funktioniert allerdings ist die Qualität nicht wirklich gut. Hier gibt es schon mal Defekte und Probleme. So das dies eher den Gebrauchspistolen zuzuordnen ist. Als Sportmodell ist sie nicht wirklich geeignet. Das abgebildete Exemplar hat einige Extras (nitriertes Griffstück, mattverchromter Schlitten, Holzgriffe mit Daumenauflage und einen überarbeiteten Abzug).
  •  Bernadelli P018Bernadelli P018 offen
     
  • Zum Vergleich wie Matchwaffen Ende der 60er, Anfang der 70er aussahen hier eine Französische MAB PA15. Man wusste schon 6 Zoll Läufe zu schätzen, auch der Abzug löst sauber bei 1100 Gramm aus. Die Pistole ist mit 1300 Gramm angenehm schwer und besitzt ein zweireihiges Magazin. Die Verriegelung erfolgt über einen sehr gut gelagerten Drehlauf Verschluss. Dieser Verschlusstyp ist für eine Matchpistole gut gewählt – das Design ist nach heutigen Maßstäben eher als „Funktional“ zu beschreiben. Auch die Visierung ist ein wenig hoch geraten. Ersatzteile gibt es nicht mehr - der Hersteller ist vom Markt verschwunden
  • MAB PA15
     
  • Noch ein „Oldtimer“ aus den 70ern, die Benelli Mod.76 Sport. Wie die H+K P9S besitzt auch sie einen Starren Lauf, verriegelt aber mit einem Stützklappenverschluss – zu kompliziert für den Behördeneinsatz, aber als Sportversion hat sie leider auch nie den Durchbruch geschafft. Die Pistole ist komplett aus Stahl und wiegt knapp 1400 Gramm. Die Qualität ist bei dem vorliegenden Exemplar recht gut und der Abzug ist justierbar – auch hier gibt es die Pistole, wenn überhaupt, nur gebraucht.
  • Benelli Mod.76 Sport 2Benelli Mod.76 Sport 1
     
  • Keine Rarität sind die Beretta 92 und ihre Clone hier als Beispiel die Taurus 92 AFS (Beretta hatte in den 1980ern einen Vertrag mit Taurus, deshalb sind die Typen nahezu baugleich). Dieser Pistolentyp wurde als Dienstpistole für Behörden entwickelt und diesen Job macht sie auch recht gut. Sportlich ist nicht wirklich ihr Revier, obwohl der Schwenkriegelverschluss den Lauf gerade entriegelt, ist der Mündungsbereich recht wackelig. Der Abzug bedarf auch der Aufmerksamkeit (hier gibt es einiges vom Feder Spezialisten Wolff aus den U.S.A) und durch das leichte Aluminium Griffstück ist die Balance nicht ausgewogen.
    Die unten abbildete Vektor (hier nicht in DSB konformer Ausstattung) ist ebenfalls ein Beretta Clone und wurde in Süd Afrika auch als 6 Zoll Sportpistole gefertigt. Diese Sport Version war eine gute Sportpistole, leider hat sich der Hersteller vor Jahren auf den Behörden Markt konzentriert und die Zivil Linien vom Markt genommen.
  •  Taurus 92Taurus 92 offen
     Vektor SportVektor Sport offen
     
  • SIG 210: Die alten und die neue Baureihe von SIG Sauer sind sehr präzise, der Teilemarkt ist recht Übersichtlich. Die Pistole ist recht leicht und im Vergleich zu anderen auch eher als handlich zu bezeichnen. Aber die Qualität dieser Pistolen und die Präzision ab Werk sind hier wirklich sehr gut. Die alte Baureihe von SIG Schweiz nur gebraucht erhältlich. Die aktuellen werden bei SIG in Eckernförde hergestellt. Obwohl alle SIG 210 Typen sich für den Wettkampf eignen, kann man auch hier den „Heavy Frame“ Modellen – dann noch mit der 6 Zoll Option den Vorzug geben. Qualität hat ihren Preis, aber man bekommt hier auch einen sehr präzisen Gegenwert.
  • SIG 210 2SIG 210 1
     
  • Und nicht zu vergessen die Colt 1911er Original und Clone die für die 9mm Luger eingerichtet wurden. Hier gibt es Stangen Ware und Custom Modelle in allen denkbaren Variationen und Preisen. Spezialisierte Büchsenmacher fertigen hier was der Kunde möchte, direkt mit ihm abgestimmt. Hier mal als Beispiel eine KPS Omega Match mit 6 Zoll Lauf und kurzem Abzugszüngel. Die Pistole wiegt knapp 1400 Gramm und liegt sehr gut im Anschlag. Der Abzug ist mit einem Trigger-Stopp versehen und auf etwa 1200 Gramm justiert.
  • KPS OmegaKPS Omega offen
     
  • Walther P88 Sport: 6 Zoll Version der Dienstpistole P88, dieses Sondermodell wurde von der Firma Oschatz (Stuttgart) für Walther entwickelt und hergestellt. Sie hat eine hervorragende Qualität, leider ist sie mit unter 1000 Gramm Gewicht zu leicht geraten und die P88 wird auch von Walther nicht mehr gefertigt.
  • Walther P88 Sport 1Walther P88 Sport 2
     
  • Pardini 9: steiler Griffwinkel (wie LP und KK), Griffstück aus Aluminium oder Edelstahl ( dann wird sie teuer ), regulierbarer Abzug, gute Verarbeitung. Die Visierung liegt sehr niedrig über der Hand, sie wurde als reine Sportpistole konstruiert. Durch die sehr niedrige Laufachse liegt die Visierung nur knapp über der Hand – wie auch bei der LuPi und KK-Sportpistole. Der Rückstoss geht gerade in die Hand und wird durch das Gewicht der Waffe gut abgefangen. Die Sicherung und der Magazinauslöser sind für Links und Rechtshänder gut erreichbar. Die Pistole ist sehr gut gefertigt, allerdings ist der Griff recht breit – muss man mal in die Hand nehmen.
    Selten anzutreffen aber sehr präzise.
  • Pardini P46 Abzug
    Pardini P46 2Pardini P46 1
     
  • Fast jede Dienstpistole auf dem Mark, hat auch einen Sportlichen Ableger. Nicht immer ist das wirklich gelungen aber das liegt auch im Auge des potentiellen Käufers
Natürlich gibt es noch viele andere Modelle denen man auch eine Eignung für das Sportschiessen ausstellen kann, es kommt ja schließlich auch auf den persönlichen Geschmack und Geldbeutel an. Neu und Gebraucht herrscht hier kein Mangel. Auch ältere Modelle können durchaus noch eine Interessante Alternative sein, aber hier immer prüfen ob der Hersteller noch existent ist und Ersatzteile liefern kann, einzeln angefertigt können die einen günstigen Kaufpreis schnell zunichte machen. Auch simple Griffschalen die man ersetzen möchte (zu klein, zu groß, rutschig usw.), können bei älteren Modellen ein Problem bereiten – sie sind nicht verfügbar. Wenn natürlich alles passt kann man hier sein persönliches Schnäppchen erhaschen.
Die deutschen Fachzeitschriften Caliber, DWJ und Visier veröffentlichen hier regelmäßig Tests, bzw. bieten die Verlage auch Suchfunktionen auf ihren Homepages an, sodass man hier auch die Artikel seiner Wunschmodelle suchen kann.
In der Regel ist es kein Fehler so viele Informationen wie möglich zu sammeln und sich auch verschiede Meinungen und Ansichten kennen zu lernen. Leider besteht meist nicht die Möglichkeit seine eigene Traumauswahl ausgiebig Probe zu schießen, es ist schon schwierig die eigene nähere Auswahl einmal „live“ zu sehen und in die Hand nehmen zu können. Aber das muss schon sein, hier stellt man zumindest einmal sicher das einem die Pistole liegt. Ein Probeschiessen lässt sich manchmal über die Internet Foren
arrangieren, sollte dies anders nicht zu regeln sein.
 
 
 
 
2015 Copyright by Bernd Dinges
 

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