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 Schützenverein Schützenlust Stockstadt a. Main 1926 e.V.

Infos zur Super Magnum´s in Kurz Waffen
Super Magnum´s in Kurz Waffen:
 
Tja was soll man zu Beginn sagen – was heute „Super“ ist, ist morgen schon Standard?
Ja eigentlich ist es genau so, als die .357 Magnum 1935 ins Rennen kam war sie doch einige Zeit in der Rolle der Super Magnum.
Aber sie war nicht die erste, auch in der Schwarzpulverzeit war der Colt Walker oder der 1870 Montenegrin von Gasser die Super Magnums ihrer Zeit.
 
Heute kommen am laufenden Band mehr oder weniger beherrschbare Magnum Waffen auf den Markt. In Revolvern ist das etwas einfacher zu realisieren als in Pistolen, da hier in der Regel ein Magazin die Patronen fassen muss und dadurch der Griffumfang vorgegeben wird. Blöd wenn man in dieser Leistungsklasse nicht mehr den Griff richtig fassen kann.
Das ist im Revolver leichter zu lösen – nichts desto trotz werden die stärksten Patronen aus Pistolen abgefeuert.
Meist wird hier die Thompson Contender Pistole vergessen – gut sie ist einschüssig, aber es gibt sie auch in den Afrika Kaliber alla .375 H&H. Man kann natürlich dagegenhalten das Pfeifer-Zeliska einen Revolver in .600 NE fertigt. Aber in den USA gibt es nun mehre Hersteller die eine einschüssige Pistole in .50BMG fertigen.
 
Tja wo fängt es denn nun an? Eine gute Frage, denke aber mal mit .22 Magnum kann man ganz gut in die Super-Mag´s starten ;-)
Revolver bieten fast alle Hersteller an, hier ist das Kaliber nicht wirklich selten – die Revolver aber an sich schon. In Deutschland werden sie meist nur für jagdliche Zwecke eingesetzt, da die sportlichen Disziplinen hier in der Regel nur die kleine Schwester .22lfb zulassen.
Aber auch Pistolen von AMT verschießen die .22 Magnum mit Blitz und Donner – als verzögerte Masseverschlußwaffen konstruiert ist der Verschluss hier auch schon ziemlich an seiner Grenze angekommen. Obwohl „nur“ 22er ist der Griff schon recht üppig im Umfang.
Wenn man die 7,56er Klasse anschaut ist AMT ebenfalls mit einer Pistole für das Kaliber .30 Carbine im Rennen.
In der 9mm Klasse finden sich dann die 357 Magnum oder auch die 357 Super Magnum wieder für die Pistole wurde 1970 die 9mm Winchester Magnum (9x29) entwickelt. Wildey, AMT und Thompson Center richteten Pistolen Modelle dafür ein.
Im Gegensatz zur Revolverpatrone .357 Mag. war die 9mm Win Mag nicht besonders erfolgreich.
Die 40er Klasse tut sich ein bisserl schwer, die 40 Super ist eine Flaschenhalspatrone mit ordentlich Leistung in Pistolen – aber Super? Wohl eher nicht. Auch die 10mm Auto waren nicht so doll, da sie oft Schäden an den Pistolen produzierte. Im Revolver könnte man wohl die 41 Magnum mit hineinnehmen, sie ist in der Leistung zwischen der .357 Mag. Und der .44 Mag. Angesiedelt und wohl eher auch keine Super Magnum.
Kommen wir zu den .44ern, da ist der gefallenen König .44 Magnum, heute eher Gebrauchs den Super Magnum Patrone. Eine Vielzahl von Revolvern und die Pistole Desert Eagle sind dafür eingerichtet. Zugegeben eine starke Patrone, aber vom Thron vertrieben.
Die 45er Klasse ist nun recht gut bestückt. Hier ist. Die .454 Casull, die .480 Ruger oder die .45 Win Mag auf der Liste die sich z.T. auch wirklich gut verkaufen. Besonders die .454 Casull ist recht schnell kommerziell erfolgreich geworden und man bekommt auch eine größere Auswahl an Fabrik Munition.
Die .45Win Mag ist eine Pistolenpatrone die von Wildey, Grizzly, Thompson oder auch AMT verwendet wurde. Die Pistolengriffe haben hier schon einen sehr großen Umfang um diese Patrone unterzubringen.
Die .475 und .500 Linebaugh ist hier in Deutschland eher den Exoten zuzurechnen. Aus dem Wildcat Status sind beide Patronen wohl raus, aber die entsprechenden Revolver sind selten und auch ein wenig teurer.
Die 50er Klasse wird natürlich von der .50BMG in den Single-Shot Pistolen angeführt. Allerdings sind diese Pistolen mehr oder weniger als Kleinserien Modelle zu bezeichnen. Die .50AE die aus der Desert Eagle oder der L.A.R. verschossen wird, ist hier schon deutlich stärker vertreten. Im Revolverbereich ist die .500 S&W recht erfolgreich.
Das ist erst einmal eine kurze Übersicht, natürlich gibt es noch einige andere Patronen in allen möglichen Kaliberklassen. Das wirklich schöne an den Super Magnums ist der stete Wandel. Wildcats (nicht kommerziell entwickelte Patronen) und Sonderbauten einmal ausgenommen sind und waren doch auch einige der Modelle hier auf unseren Ständen zu finden.
Vor ein paar Jahren war die .454 Casul noch eher selten und wurde meist aus Freedom Arms SA Revolvern verschossen, aber inzwischen bieten Ruger und Taurus auch Double Action Revolver für die starke Patrone an.
Auch auf dem Munition Sektor sind inzwischen einige Laborierungen erhältlich, hier sei aber gesagt das es durchaus Sinn macht diese Patronen wiederzuladen. In den letzten Jahren ist es immer einmal schwierig Fabrik Patronen für ausgefallene Kaliber zu bekommen. Da diese meist in den USA gefertigt werde und die dortige Nachfrage die Regale leert – kommt manchmal wenig, bis gar nichts über den Teich.
Gerade in den letzten Jahren hat es viele neue Entwicklungen im Patronen und Waffen Sektor gegeben. Leider ist hier im DSB keine Haupt-Disziplin in der dieser Waffentyp Verwendung findet. Einige Landesverbände bieten in der Liste B etwas an. Der BDS, die DSU oder der BDMP sind hier einmal genannt in dem die Schätze auch Sportlich genutzt werden können.
Die Super Magnum Patrone .500 S&W setzt bis 3200 Joule aus einem Revolver frei – hier befinden wir uns schon fast im Bereich der stärkeren Gewehr Patronen. Diese Energie will/muss natürlich auch beherrscht werden. Deshalb sei dem Interessenten immer ein Probeschiessen ans Herz gelegt ob und wie er mit dem Gerät der Begierde klarkommt. Manchmal sind die Geräte „schwer“ in den Griff zu bekommen, deshalb immer einmal persönlich überprüfen ob´s passt.
 
 
Ein paar Beispiele hier in Bilder Form
 
 
  • Der „Klassiker“ in Pistolenform ist die Desert Eagle. Sie ist in vielen Kalibern bis zur .50AE erhältlich. Sie kam 1982 auf den Markt und ist inzwischen auch ein Liebling Hollywood´s geworden. Die Pistole wurde erst von IMI , dann von Magnum Research gefertigt. Verschiedene Lauflängen, Kaliber und Finish sind lieferbar.
  • Da die Fertigung nun schon einige Zeit läuft, gibt es natürlich nun auch verschiedene Versionen die sich in Details unterscheiden. Zum Teil sind aber auch Teile nicht austauschbar ( z.B. Verschlusskopf )
  • Die abgebildete hat das Kaliber .44 Magnum.
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  • Hier eher ein „Standard“ Revolver in .44 Magnum vom S&W. Dieses Exemplar wurde von P.Abel im Club 30 der S&W Büchsenmacher in Deutschland komplett überarbeitet.
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  • Hier eine Les Bear Custom 1911 im Kaliber .400 Cor Bon. Eine eher seltene Flaschenhalspatrone, die aus einer .45ACP entstanden ist, aber doch höhere Energiewerte erzielt. Nicht unbedingt eine „Super“ – Magnum, aber durchaus interessant.
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  • Hier auch nur ein .44Magnum – aber nur mit 3 Zoll Lauf des spanischen Herstellers ASTRA.
  • Der Rückstoß des kleinen und leichten Revolvers kommt schon in die Richtung Super Magnum – zwar kein Vergleich zu einem .500 S&W auch in 3Zoll, aber er gibt schon einmal einen Vorgeschmack
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  • Der 8 Schüssige Taurus ist für die .22 Win. Magnum ausgelegt, er ist nun nicht in der Energieklasse der „großen“ aber für eine 22er sind um die 300 Joule schon eine Klasse für sich. Da die 22 Win. Magnum eigentlich für Langwaffen ausgelegt ist, verbrennt eine Menge Pulver ungenutzt vor dem 4 Zoll Lauf und erzeugt einen schönen Mündungsblitz.
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  • Hier ein Freedom Arms Revolver Premier Grade mit org. Zielfernrohr, im Kaliber .454Casull.
  • Der Revolver ist im Single Action Army Design gebaut und wirklich gut verarbeitet. Freedom Arms hat den Griffwinkel steiler gehalten und glatte Schichtholzschalen montiert. Diese Griffschalen sind recht angenehm, wenn der Revolver im Schuss „rollen“ soll um den Rückstoß besser zu verarbeiten.
  • Freedom Arms wurde 1978 von Wayne Baker und Dick Casull gegründet, was natürlich auch dazu beitrug die .454 Casull zu vermarkten. Die Revolver wurden in einer breite Kaliber Palette von der .22 lfB bis hin zur .500 Wyoming Express ( 1800 – 1900 Joule ) angeboten.
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  • Hier ein „Klassiker“ eine .44 Auto Mag von AMT, erste Serie Pasadena Fertigung. Die Hauptteile der Pistole wurden aus Stainless-Steel im Guss Verfahren hergestellt und, zum Teil, nur wenig überschliffen. In der Preisklasse in der die Pistole einmal lag ist die Fertigungsqualität eher nicht angekommen ;-).
  • AMT stellte die Pistolen von 1971 bis 1982 unter verschiedenen Eigentümern und an verschiedenen Standorten her.
  • Die Munition wird aus einer gekürzten und aufgeriebenen .308 Winchester Hülse hergestellt. Die .44 Auto Mag sollte die Power der.44 Magnum Revolver Patrone auch in einer Pistole ermöglichen. Die Leistung der seltenen Fabrikpatronen soll 1400 - 1500 Joule betragen haben.
  • Damit hat Harry Sanford wohl die „Magnum“ Klasse auch bei den Pistolen eingeführt.
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  • Hier eine L.A.R. Grizzly Mark I (erste Serie) in .45 Winchester Magnum. Im Grunde eine vergrößerte Colt 1911. Sie wurde von 1983 bis 1999 hergestellt. Ihre Kaliber Palette war recht groß und umfasste die Kaliber: .45 Winchester Magnum, 10mm Auto, .44 Magnum, 9mm Winchester Magnum, .357 Magnum, .50 Action Express, .45 ACP und .357-.45 GWM .
  • Die hier abgebildete Pistole hat das Kaliber .45 Win Mag. Im Prinzip eine verlängerte .45 ACP Hülse die aber als Fabrikpatrone zwischen 1100 – 1800 Joule leistet.
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  • Hier noch die AMT Auto Mag II in .22 Win Mag – ein Gasverzögerter Masseverschluss muss hier genügen um die Power dieser Randzünder Magnum Patrone zu bändigen. Im direkten Vergleich zu einer .22lfB die hier wohl so um die 150 Joule leistet ist die 1959 entwickelte .22 Win Mag in der Lage etwa die doppelte Energie freizusetzen. Bedingt durch die Gesamt Länge der Patrone ist der Griffumfang schon ein wenig unhandlich geworden. Die Pistole gibt es mit verschiedenen Lauflängen und in einem eher groben funktionellen Finish, wie man das von AMT gewohnt ist. Hier die mittlere Version mit 4,5 Zoll Lauflänge. Es wurde auch eine kürzere mit 3 3/8 Zoll und eine 6 Zoll angeboten
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Das ist natürlich nur eine kleine Vorstellung dieser sehr interessanten Waffen Sparte. In der Fachliteratur kann man sehr gut nachlesen das es hier auch viele Entwicklungen es nie in die Produktion geschafft haben oder nur in sehr kleinen Auflagen auf den Markt kamen.
Ein Beispiel ist die vorgestellte .400 Cor Bon Pistole, das Kaliber ist eher unbekannt und die Masse die es verwenden, haben hier Wechselläufe in diesem Kaliber für Ihre, bereits vorhandene, .45 ACP Pistole erworben. Komplette Pistolen sind sehr selten für die 1997 entwickelte Patrone die mit bis zu 850 Joule schon eine ordentlich Power (bei dem niedrigen Gasdruck der .45 ACP) mitbringt.
Die Super Magnums sind die Formel 1 des Waffenbaus, hier wird viel experimentiert und manchmal fast unmögliches in die Wirklichkeit gebracht.
 
Wie immer ist das nur ein kleiner Einblick und keine vollzählige Aufzählung, das ist bei diesem Thema auch schwer möglich.
Dafür ist das Thema doch sehr speziell.
 
 
 
 
2016 Copyright by Bernd Dinges

 

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